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Vestvogøya 1

Karte Vestvagöy 1 Kopie
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Die Häuser des kleinen Dorfes Utakleiv schmiegen sich romantisch in eine Bucht. Das rote Licht der untergehende Sonne taucht alles in warme Farben..

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Die E 10 führt zügig weiter durch Leknes hindurch. Kurz hinter Leknes biege ich links ab Richtung Haukland/Utakleiv. Dort soll es einen schönen Strand geben und auch eine nette Übernachtungsmöglichkeit für Wohnmobile. Der Strand ist schön, aber es gibt noch viele Leute am Parkplatz, außerdem ist Camping verboten. Ein Tunnel führt statt der noch im Womo-Führer beschriebenen Straße auf die andere Seite des Berghanges. Um auf der alten Straße über Nacht zu bleiben, sollte man 40 NOK bezahle. Das Geld wäre nicht das Problem, sondern die vielen anderen Womos, die bereits dort stehen. Ich esse auf dem Parkplatz am Strand zu Abend (Lachs mit Sahne-Dillsoße und Nudeln!).

Nach dem Abendessen geht es mit dem Fahrrad die alte Straße entlang, um den Sonnenuntergang zu fotografieren. Er ist schön, es wird kalt. Es ist immer wieder beeindruckend, wie sich der Himmel färbt und alles in neues Licht taucht.

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Nicht nur ich, sonder auch einige andere Leute genießen am Strand den Sonnenuntergang. Auch wenn ich dieses Schauspiel oft verfolgen konnte - es hat mich immer wieder in seinen Bann gezogen

Und wieder ein Sonnenuntergang ..

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nach dem Sonnenuntergang

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Nebel steigt auf und hüllt die Wiesen sanft ein.

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Auf dem Rückweg zum Womo wurde es sehr frisch auf dem Fahrrad. Ein Stück weiter fand ich einen Stellplatz für die Nacht auf dem Parkplatz bei einem Friedhof.

Beim Blick auf den Strand konnte ich auch eine Art sehen, mit der Natur umzugehen: Zwei Familien hatten ihre Sprösslinge im Alter von ca. 8-10 Jahren mit einem kleinen Quad und einem kleinen Enduro-Motorrad ausgerüstet. Mit großem Krach und unter dem Gejohle der Familie wühlten sie sich mit den Maschinen durch den Sand. Ob hier das Auge für die Schönheit der Landschaft herum geschult wurde?

Es gibt noch mehr Kleinode zu entdecken. Es geht zurück zur E 10, nach wenigen Kilometern verlasse ich sie wieder nach links Richtung Unnstad. Es wieder ein Ort, an dem die Straße endet und gewissermaßen alles aufhört. Der Weg dorthin geht über kleine Teerstraßen, die teilweise nur einspurig befahrbar sind. An einem See baden um 19.00 Uhr noch Kinder - und das Ende August.

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Zwar gibt es in Unnvag einen kleinen Campingplatz, doch er liegt mitten im Dorf inmitten eines Bauernhofes. Er ist als Platz für Reiter gedacht, die sich beim Bauernhof Pferde mieten. Dies alles ist nicht so sehr meine Sache. So beschließe ich, wieder einmal meinen alten “Trick” zu versuchen: Es müssen noch Reste der alten Straße da sein, da der Tunnel ja noch nicht so lange gebaut worden ist. Auf der Seite von Unnstad her ist die Straße gesperrt, aber von der anderen Seite her ist sie offen bis  kurz nach dem Bergsattel. Beim Hinauffahren merke ich auch, warum der Tunnel wichtig war: Ich muss den ersten Gang einlegen, sonst würde mein Womo die Kletterei nicht schaffen. An einer früheren Ausweichstelle finde ich einen netten Platz zum Übernachten mit einer grandiosen Aussicht. Hier fallen in dieser Nacht die ersten Regentropfen nach zwei Wochen Urlaub! Zwei Jahre später habe ich strahlenden Sonnenschein.

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Während in den Karten noch ein steiler Weg über einen Bergsattel nach Unnstad verzeichnet ist, führt heute ein neuer Tunnel ohne Umwege zum Dorf. Ich fahre durch Unnstad durch, am Ende geht ein Feldweg links ab. Mit etwas Hoppelei geht es bis zu einem kleinen Friedhof, der malerisch in der Landschaft liegt. Zu Fuß gehe ich noch weiter, über ein Gatter hinweg, bis zu einem verlassenen Bauernhof. Alles wirkt sehr unwirklich: Es herrscht dichter Nebel, der ab und zu weggeweht wird. Dann kommen Sonnenstrahlen durch und tauchen alles in milchig-weißes, mystisches Licht. Es ist eine fast unheimliche Stimmung über der Küste.

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Der Blick von der alten Passhöhe auf Unnstad

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Bei einem kleinen Abendspaziergang kann ich dann einen Blick von oben auf Unnstad werfen. Auf der rechten Seite sieht man auch die alte Straße, die nach oben zieht.

Es wird eine schöne und ruhige Nacht, am Morgen scheint wieder die Sonne! Es ist Sonntag, und ich mache mich auf, um bei Storfjorden einen Gottesdienst zu besuchen.

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Im Jahr 2007 führte ich selber eine Reisegruppe durch Norwegen und hatte dabei auch die Freude, anfangs Juni auf den Lofoten zu sein. Wir waren in einer äußerst schönen und ganz neu gebauten Rorbur-Anlage untergebracht in Mortsund.

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Schon der Empfang war äußerst liebenswert. Die Besitzerin hat in Deutschland Germanistik studiert und spricht deshalb bestens Deutsch. Sie hat zuerst den Busfahrer und mich empfangen und uns die Zimmerliste gegeben. Bis jetzt waren wir es gewohnt, dass Fahrer und Reiseleiter die schlechtesten Zimmer bekommen, denn die zahlen ja nicht. Hier lief es ganz anders. Die gute Frau gab uns das schönste Häuschen am Meer und meinte: “Ihr arbeitet den ganzen Tag, Ihr sollt darum auch das schönste Häuschen haben!” Es war traumhaft, aber nur zu kurz. Ich denke, die Bilder mit den Rorbur sagen alles. Sie nicht aus einem retuschierten Prospekt, sondern so von mir aufgenommen.

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Es war sehr, sehr merkwürdig um diese Zeit: Am Abend um 21.30 Uhr saßen wir im Speiseraum - und draußen schien die Sonne. Was blieb da anderes als eine Bergtour?

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Und so startete ich mit einigen anderen um 22.30 Uhr eine Bergtour, den oben auf dem Gipfel wollten wir zum ersten Mal im Leben die Mitternachtssonne sehen! Dies sollte man einmal in Deutschland versuchen: Am Abend um 22.30 Uhr eine Bergtour bei Sonnenschein beginnen????

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Als wir höher kamen, waren wir wieder mitten in der Sonne! Unter uns eine Landschaft, die sich von Augenblick zu Augenblick immer neu färbte.

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Die Mitternachtssonne lässt die schneebedeckten Berge glühen, einer wunderbarer Kontrast zum Blau in der Tiefe.

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Dann wird es spannend: Verschwindet die Sonne hinter den Bergen oder nicht?

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Nein, sie bleibt!

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Und immer wieder: Neues Licht, neue Farben, neue Zwischentöne!

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Um Mitternacht werden wir ganz still - und staunen innerlich nur noch, sind ehrfürchtig vor dem, was wir sehen sehen dürfen und was Gott für uns geschaffen hat!

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Als wir schließlich wieder zu unseren Hütten kommen, ist es 2.30 Uhr in der Nacht, die Sonne scheint, es wird wieder heller - und wir sollten ins Bett gehen? Eigentlich wären jetzt ein Kaffee, ein gutes Frühstück und eine Zeitung recht. Aber die Vernunft siegt - ein wenig Schlaf muss ein. Denn: Es kommt ja noch etwas ...

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