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Senja
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Wer von Tromsø heraus auf über die E 8 mit dem Womo fährt, sollte rechtzeitig eine Ver- und Entsorgungsstation suchen. Die Suche nach einer Entsorgung an der E 6 kostet Zeit, ist aber vergeblich Am Weg an der 86 liegt schließlich doch eine Möglichkeit auf einem CP. Ein älterer Mann, der sehr gut Deutsch spricht, zeigt mir die entsprechende Möglichkeit und hilft mir dabei. Der Preis ist dann entsprechend: 50 NOK! Die ganze Nacht hätte mich 100 NOK gekostet. Sie verstehen dort auch irgendwie ihr Geschäft. Über die 86 geht es auf Senja weiter. Es ist nicht viel los, das Wetter trüb und regnerisch. Ich fahre über die 861 nach Husøy, zuerst geht es steil bergauf, dann durch zwei unbeleuchtete, unheimliche Tunnel weiter, dann steil nach unten. Um mich herum Bergspitzen mit Wolkenfetzen.
Unten liegt - wie kann hier überhaupt noch ein Ort liegen? - der Ort Husøy, aber sogar mit kleinem "Campingplatz" und Abstellmöglichkeit für Womos zwischen Straße und Hafen. Ich spaziere durch den Ort, der fast gespenstisch unter der Wolkendecke und bei Windstille daliegt. Kein Schiff fährt, niemand ist zu hören. Nur eine ältere Frau begegnet mir auf der Straße.
Ich befürchte aber, dass es mir hier zu laut ist, darum geht es wieder nach oben. Vor dem ersten Tunnel (bei der Rückfahrt nach dem zweiten) habe ich eine Möglichkeit entdeckt, um über Nacht zu stehen. Es gibt noch einen kurzen Spazier gang an den Bergsee, der vor dem Fenster liegt. Es ist nicht kalt, windstill - überhaupt still an diesem See. Ein Ort des Friedens. Ich schlafe tief und gut.
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Am nächsten Morgen ist das Wetter noch nicht ganz klar. Ich fahre weiter um die Insel Senja Richtung Süden. Das Wetter wird besser. Dann komme ich an das Ziel in Mefjordvær: das Ende der Straße. Es wird von einem Hafen und einem Picknickplatz mit Bushaltestelle gebildet.
Ein kleiner Weg führt noch weiter zu einem größeren, gekiesten Platz, der von Felsen umgeben, aber sonst völlig leer ist. Hier stelle ich das Womo ab. Es völlig ruhig, nur das Plätschern des Meeres ist zu hören.
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Der Morgen ist strahlend schön. Gut ausgeschlafen kann ich bei stahlblauem Himmel vor meinem Womo frühstücken - 300 km nördlich des Polarkreises am 31. August! Trotzdem muss es weiter gehen. Es gibt einen neuen Tunnel, der die 861 mit der 864 verbindet und auf noch kaum einer Karte verzeichnet ist. Die Fahrt über die Insel bietet tolle Ausblicke, weiße, menschenleere Sandstrände wechseln sich mit Wiesen und Felsen ab..
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In der kleinen Ortschaft Skaland mache ich Halt. Den Weg bis zum Ende der Straße nach Bøvær will ich radeln. Es ist ein interessanter Weg, es ist sonnig, die verschiedenen Gerüche steigen in die Nase, die Farben sind fast zu viel. Doch der Höhepunkt wartet am Ende: ein Picknickplatz mit grüner Wiese, davor ein weißer Sandstrand, davor das blaue Meer, darüber der blaue Himmel, einige Holzhäuser im Hafen. Ich sitze in der Sonne und kann es einfach nicht glauben. Der Weg geht zurück, ich will im Geschäft beim Womo noch schnell einkaufen und dann zu dem Picknickplatz fahren, um dort zu essen. Am Womo will ich meinen Autoschlüssel auspacken - nichts! Wo kann er nur sein? Also nochmals aufs Fahrrad und zurück, die Augen immer auf den Boden gerichtet und die Gedanken zum Hl. Antonius. Nichts ... Dann der Rastplatz: Schon aus großer Entfernung sehe ich den Schlüssel auf der Bank liegen. Der Hl. Antonius hat wieder einmal geholfen, Gott sei Dank! Also wieder mit dem Fahrrad zurück, dann Einkaufen, dann die Brotzeit an einem Ort, wie er schöner kaum sein könnte. Und zum Schluss noch einen Zigarillo zum Espresso ..
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Dann geht die Fahrt weiter über Senja (864, 86), eigentlich möchte ich ja bis Narvik kommen. Aber bei dem schönen Wetter nur im Auto sitzen und fahren? Ich kehre um und fahre in Richtung eines Campingplatzes (über Brygghaug, die 860 nach Süden, dann nach Skatvik), der am Ende einer Straße liegt. Hier müsste es doch ruhig sein. An einer Meeresbucht mache eine Pause. Eine kleine Bank in der Sonne - wie gemacht für mein Womo und mich. Ich sitze da, schlürfe den Kaffee, schaue einem kleinen Fuchs zu, der von Blüte zu Blüte flattert. Dann fahre ich zum Campingplatz. Es stehen nur einige leere Wohnwagen da. Ich parke weit unten Richtung Meer. Dann wird das Fahrrad flott gemacht, es gibt eine kleine Tour den Weg zurück. An meinem Rastplatz beschließe ich, auf den Sonnenuntergang zu warten. Es dauert länger als erwartet. Vor allem wird es kalt, sobald die Sonne verschwunden ist, und der Wind bläst mir entgegen. Ich bin froh, als ich im Womo bin. Als Gute-Nacht-Gruß gibt es noch ein ganz kleines Nordlicht.
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