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Svartissen-Gletscher
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Kurz nach Mo i Rana hält Nordnorwegen wieder eine unvergleichliche Landschaft bereit: den Svartisen-Gletscher. Er ist nach dem Jostedalsbreen der zweitgrößte Gletscher Norwegens. Allerdings leidet auch er unter der zunehmenden Erwärmung der Atmosphäre. Er ist in den letzten 30 Jahren stark zurückgegangen. Früher konnte man von Kreuzfahrtschiffen aus den Gletscher kalben sehen, heute hat er sich schon so weit zurückgezogen, dass er einen See gebildet hat.
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Die Anfahrt zum Gletscher ist nicht besonders schwierig. Kurz nach Mo i Rana bei Røsvoll geht es links ab, zuerst auf guter, aber kurviger und teilweise enger Straße am Flugplatz von Røsvoll vorbei. Nach einigen Kilometern und Abzweigungen wird die Teerstraße zur Piste. Etwa 28 km sind es bis zum Svartisvatn.
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Ich habe es noch rechtzeitig geschafft: Um 17.00 Uhr bin ich mit meinem Womo am Svartisvatn angekommen. Dort gibt es auch einen kleinen Campingplatz, die Übernachtung kostet 40 NOK. Warum der Womo-Führer hier von unverschämter Geschäftemacherei spricht, verstehe ich nicht. In Deutschland würde für einen solch schönen Platz zum Übernachten gerne diesen Preis bezahlen. Und die Mentalität, immer und überall und unbedingt frei zu stehen, liegt mir eh fern. Wir können doch nicht nur unseren Abfall hinterlassen, aber Lebensmittel und alles selber mitbringen und kein Geld ausgeben.
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Bei einer Hütte mit Imbiss usw. bezahle ich für den Campingplatz und frage, ob der Weg heute noch möglich sei. Der Mann hinter der Kasse meint, wenn ich zügig unterwegs bin, dann könnte ich alles gut schaffen. So mache ich mich auf den Weg. Es geht am Rand des Sees, der durch den Gletscher gespeist wird, zum Gletscher. Der Weg soll zweieinhalb Stunden dauern, mal schaun. Auf dem Weg kommen mir immer wieder Gruppen mit Sportlern entgegen, alles Mögliche an Ausrüstung dabei, sogar Steigeisen und Gletscherpickel. Sie machen irgendeinen Trip oder eine Meisterschaft mit.
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Der Weg ist recht mühsam, die Sonne scheint mir immer wieder ins Gesicht, es ist heiß, ich schwitze. Dann, nach eineinhalb Stunden, erreiche ich das Ende des Sees und den Wasserfall, der aus dem Gletscher herauskommt. Hier ist es kühl und windig. Unten auf dem See tuckert das Boot, das Touris über den See bringt. Mein Weg zu Fuß war mir da wesentlich lieber.
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Der Blick zurück an den Ausgangspunkt der Wanderung, unten ist der Anlegesteg für das Boot zu sehen.
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Dann geht es weiter nach oben, immer am Wasserfall entlang. Es ist weiter als gedacht, durch das kalte Wasser weht auch ein frischer Wind.
An vielen Stellen rauscht das Wasser über Stufen nach unten, schäumt, spritzt und tost.
Eine kleine Insel hält inmitten des Wassers aus, sogar Pflanzen überleben unter diesen schwierigen Bedingungen.
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Alles strahlt hier Kälte aus - das Wasser, die Steine, der Wind.
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Ich gelange an eine Stelle, an der der Gletscherbach wie aus einem Tor aus dem Fels hervorschießt. Wenn da nicht die drei Leute wären, die sich mitten in die Fotoszene hineinstellen. Aber irgendwann gehen auch sie, ich kann in Ruhe knippsen.
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Wie aus einem Mund schießt das Gletscherwasser aus einer Höhle hervor. Es fließt durch die Felsen von einem Gletschersee aus hierher. Oben ist nicht von diesem Fluss zu sehen.
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Dann geht es nochmals nach oben, wieder weiter als gedacht. Der Weg geht über Steinblöcke und nackten Felsen, er ist schwer zu gehen und unbequem. Und dann, ganz plötzlich, gibt es den ersten Blick auf den Gletscher. Die Farben sind unglaublich: Das Rot und Braun der Felsen, dahinter das Blau des Gletschereises, dazu das warme Abendlicht. Fotos, Fotos, … Die Größe des Gletschers ist kaum zu erahnen. Es ist erst an der Zeit zu spüren, die brauche, um dem Gletscher näher zu kommen, wie groß die Dimensionen der Felsen und des Eises sind. Und dazu dieses Licht: Es ist ein warmes Abendlicht, das dann, als ich wieder zurückgehe, den Gletscher orange beleuchtet. In der Zwischenzeit bin ich auch ganz alleine hier oben. Ich kann nur stehen und staunen: braun, blau, kalt und warm, die Schönheit der Details und der Größe.
Was soll man dazu erklären? Darum gibt es unten nur unkommentierte Bilder zu sehen, die aber hoffentlich für sich sprechen.
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Um 22.00 Uhr bin ich wieder an meinem Womo. Ich bin erschöpft - nicht nur von der Wanderung, sondern auch von den vielen Eindrücken. Es gibt noch Abendessen, dann noch einige Minuten draußen mit Blick auf den See. Dann geht es ab ins Bett. Denn am Morgen wartet wieder überraschend Schönes auf mich ...
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